Wem nützt der Plan-T?

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chiquilin
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Wem nützt der Plan-T?

Beitrag von chiquilin » 12.01.2008, 11:46

Seit Jahren gehe ich jede Woche zum Tangounterricht und zur Práctica und zur Milonga. Das Angebot in Basel an Anlässen und Lehrern ist für meine Bedürfnisse vielfältig genug. Und nach Zürich und Karlsruhe ist es ja auch nicht weit! Denn ich finde Tangotanzen und Tangomusik einfach nur schön. Trotzdem würde sich mein Leben nicht wirklich verändern, wenn es den Tango nicht mehr gäbe. Wahrscheinlich würde ich 50 oder 100 Franken pro Woche für andere Dinge ausgeben...
Demnach hat der Plan-T nichts mit mir und meinen Bedürnissen zu tun; denn ich habe nichts zu verlieren und nichts zu gewinnen.

Aber andere Menschen sind anders mit dem Tango verwickelt, nämlich wirtschaftlich und finanziell. Tangolehrer mit ihren Schülern, Veranstalter mit ihren Gästen, Musiker und Tänzer mit ihrem Publikum, Händler mit ihrer Kundschaft. Es muss ja nicht unbedingt Tango als Vollzeitberuf sein. Aber mit Tango als Nebenerwerb können eine beträchtliche Anzahl von Menschen ihren Lebensstandard auf unterhaltsame Weise wesentlich verbessern. Für diese Menschen ist es existentiell, dass der Tango fort besteht und vor allem, dass die Szene der Tangokonsumenten wächst.
Falls dem Plan-T Erfolg beschieden ist, werden nur die Tangolehrer, die Veranstalter, die Musiker und Tänzer sowie die Händler davon profitieren. Sonst niemand!

Oder soll ich die Aficionados noch würdigen? Es gibt ja auch die Tango-Amateure, denen die Tangoszene eine Heimat oder eine Bühne oder ein Lebensgefühl oder eine Kontaktagentur anbietet. Vielleicht versprechen sich solche Mensche auch mehr Profil und Profit vom Plan-T?
Sicher ist allerdings, dass die Tango-Amateure gebraucht werden, denn ohne sie ist der Plan-T von Anfang gescheitert.

Wer also - so wie ich - bereits ein zufriedener Tango-Kunde ist, kann den Plan-T einfach ignorieren. Denn der Plan-T nützt nur den anderen.

Anfänger
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Re: Wem nützt der Plan-T?

Beitrag von Anfänger » 12.01.2008, 14:57

chiquilin hat geschrieben:Falls dem Plan-T Erfolg beschieden ist, werden nur die Tangolehrer, die Veranstalter, die Musiker und Tänzer sowie die Händler davon profitieren. Sonst niemand!

Sicher ist allerdings, dass die Tango-Amateure gebraucht werden, denn ohne sie ist der Plan-T von Anfang gescheitert.
Chiquilin, die ganze Aktion ist aus meiner Sicht eine Werbeaktion für neue Kunden oder der Versuch, den Markt zu vergrössern. Daran ist nichts einzuwenden- es kommt woanders auch die 120. Hautcreme oder die 45. Tamponsorte auf den Markt. Wenn sich der Tangomarkt vergrössert, bevölkern neue Leute die Szene und sie werden auch eines Tages besser. Spätestens dann werden sie auch für die Könner interessant, für andere schon davor. Also mehr Leute, mehr community, mehr soziale und andere Kontakte - das ist ein Nutzen für die Tangocommunity, oder?

Die Anbieter werden selbstverständlich auch profitieren; warum auch nicht- sie haben die Arbeit. Bei Plan-T werden den Nutzen nur wenige Anbieter haben, nämlich die, die ihn heute auch schon haben. Viele andere bleiben lediglich Zuträger oder wie sie sich selber nennen "Enthusiasten". In jeder Tangoszene gibt es einige Personen, die sogar vom Tango leben - ganz wenige sogar sehr gut. Sie beginnen dann den Markt zu kontrollieren, segmentieren, diskriminieren etc. Und wehe, wenn neue Anbieter erfolgreich auf den Markt kommen :mrgreen:

Ich will jetzt nichts über fairen Wettbewerb, Marktsättigung, Kartelle, Monopole, Ethik schreiben. Letztlich bestimmen wir als Konsumenten das Geschehen mit. Und es geschieht genau das, was wir zulassen. Auch jetzt.

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