Tango Radio

14.4.2018

Radiosender, die Tango über UKW senden, gibt es schon lange. Später stellten die Sender ihre Inhalte über Internet-Streams zur Verfügung (Internet-Radio) und man kann sie weltweit empfangen. An dieser Stelle möchte ich drei Sender mit Tango-Inhalten vorstellen.

Kategorie 1: Tango Radio mit 24h Tangomusik

Sender: laut.fm/tango  (nur online, kein UKW)

Tango DJ Sam aus Berlin spielt Tandas (3-4 Stücke) mit verschiedenen Genres rund um die Uhr. Dabei sind auch Tandas, die er an eigenen Milongas auflegte. Jede Tanda schliesst mit einer Cortina ab (Zwischenmusik). Für die Tandas gibt es einen Sendeplan, sodass man sich vorab informieren kann, wann welches  Programm gesendet wird (traditionell mit Tango – Milonga – Vals, Tango Nuevo, Electro und Non-Tango etc).

Die Cortina wechselt nach jeder Tanda, was mich persönlich etwas nervt.

Fazit: eine empfehlenswerte Sendung, der man mit Freude zuhört und mit der man auch problemlos eine Privat-Milonga bestreiten kann. Eine Steigerung wäre es, wenn man das Programm (und auch die Cortina) flexibel wählen könnte.

Sam’s Seite: www.tango-radio-berlin.de


Kategorie 2: Tango Spezialsendung

Sender: freiesradiowiesental.radio.de (online und lokal über UKW/ Kabel)

Seit März 2018 macht Tango DJ Michael KI aus Basel eine Sendung bei „Radio freies Wiesental“ (Schopfheim) jeweils am Donnerstag von 20h-21h (mit Wiederholung am Samstag um 24h).

Michael KI vermittelt in der ersten Hälfte interessante und fundierte Informationen zu Orchestern, hauptsächlich aus der epoca d’oro und auch zu weiteren Themen, z.B. Aufnahmetechnologien, Platten-Labels. Im zweiten Teil spielt Michael KI Tandas, dann ohne Moderation.

Fazit: bezüglich Inhalt und Konzept eine sehr gute Sendung, bei der man viel über den Tango und seine Entwicklung lernen könnte. Leider hat das Radio diverse Schwierigkeiten in Technik, Übertragung und Organisation.

(letzter Stand 3.5.18 überhaupt keine Sendung zum angegebenen Sendeplatz)

Seite Radio Wiesental: freies-radio-wiesental.de


Kategorie 3: Kultur-Radio mit Tango

Sender: rabe.ch Radio Rabe aus Bern, el gato calculista (online und lokal über UKW / Kabel)

Jasmin und Martín bringen seit vielen Jahren jeden Freitag von 19-20h ein Kulturprogramm mit aktuellen Infos, Geschichten und Tangomusik. Sie moderieren in Spanisch und Deutsch.

Sie haben zuweilen auch Musiker mit Live-Konzerten zu Gast; es gab auch schon Übertragungen von Konzerten an Aussenorten (z.B. das Konzert von Alexandra Prusa). Bei den Live-Konzerten kann man ins Studio in Bern kommen und sich in der angenehmen Wohnzimmer-Atmosphäre am Konzert erfreuen.

Fazit: ein sehr vielfältiges, lebendiges und professionell gemachtes Programm im Magazin-Stil von Jasmin und Martín. Es ist von Vorteil, wenn man Spanisch versteht. Die Live-Konzerte darf man nicht verpassen, entweder vor Ort im Studio oder per Stream / UKW.

Seite Radio Rabe: El gato calculista

 

Michael, tangoinfo.ch

 

P.S. zur Vervollständigung:

Die Online-Radiosender können alle über die oben angegebenen Links gehört werden. Darüber hinaus haben alle Sender auch Online-Adressen, mit denen man die Sendungen in einem eigenen Player anhören kann (und mit entsprechenden PlugIns auch aufnehmen kann).

Eigene Radio-Player sind z.B. iTunes, VLC und (der für mich legendäre und sehr geschätzte) WinAmp.

Die Web-Adressen für eure Player:

Tango Radio Berlin:
http://stream.laut.fm/tango


Freies Radio Wiesental:
88.99.63.244:8000/;stream.mp3


Radio Rabe:
http://stream.rabe.ch/livestream/rabe-mid.mp3.m3u (192 kBit)
http://stream.rabe.ch/livestream/rabe-low.mp3.m3u (128 kBit)

Radio Rabe hat darüber hinaus ein Sendungs-Archiv (welches bei mir allerdings nicht funktioniert).

 

aktualisiert: Ute Lemper am 17. Februar in Schaffhausen

Meine persönlichen Eindrücke von dem Konzertbesuch:

Das Ensemble, bestehend aus Vana Gierig (Piano), Victor Villena (Bandoneon) und  Romain Lecuyer (Kontrabass), begleitet Ute Lemper auf der musikalischen Reise. Dank des Bandoneons schwingt stets  ein Hauch von Tango mit. Die Mehrzahl der dargebotenen Chansons sind allerdings keine Tangos. Ute Lemper interpretiert die Chansons sehr berührend und mit dem ihr eigenen Stil. Schilderungen und Musik aus deutschen Konzentrationslagern bewegen mich sehr.

Ute Lemper erzählt zwischen den Chansons auch von Begegnungen mit grossen Künstlern, allen voran Marlene Dietrich und deren  Lebensgeschichte. Ich sehe Parallelen zwischen den Lebenswegen beider Künstlerinnen. Bei beiden Frauen wie auch beim Tango spielt das Auswanderer-Thema eine grosse Rolle. Die Dietrich kehrte Deutschland den Rücken – wofür sie angefeindet wurde – und lebte später zurückgezogen in Paris bis zu ihrem Tod 1992 . Für Marlene war es eine Herzensangelegenheit, dass sie in Berlin bestattet sein möge.

Ute Lemper erzählt uns an dem Liederabend, welch grosse Rolle Berlin für sie spielt. Verbindet sie mit „Last Tango in Berlin“ eine Hommage an Berlin oder mehr?

Heute lebt Ute Lemper in New York  und es sei angemerkt, dass es über ihren Lebensweg auch Artikel und Feuilleton-Beiträge gab, die nicht nur freundlich waren.

Ute Lemper beschliesst den musikalischen Abend  mit der grossen Hymne des französischen Chansons „Non, je ne regrette rien“.

Michael, tangoinfo.ch, 25.2.2018


Ute Lemper tritt am 17. Februar 2018 im Stadttheater Schaffhausen auf.

Ihr Programm ist „Last Tango in Berlin“.
Eine Chansonreise durch die Zeit mit Tangos und Liedern von Kurt Weill, Edith Piaf, Jacques Brel, Astor Piazzolla, Ute Lemper u.a.

Ute Lemper ist – wie die älteren unter uns wissen 🙂 seit über 30 Jahren ein Weltstar auf den grossen Bühnen. Von daher finde ich es ausserordentlich schön, dass sie auch in Schaffhausen auftritt.

http://www.stadttheater-sh.ch/spielplan-tickets/spielplan-tickets/

 

Michael, tangoinfo.ch

Vortragsreihe in DE-Staufen, 2. Vortrag am 16. Februar 2018

2. Vortrag von Michael KI am Freitag 16. Februar 2018

Worüber singen sie überhaupt?

Stichworte: die Themenkreise des Tango, die Entwicklung des Gesanges – vom Equilibristra (Refrainsänger) zur eigenständigen Stimme im Orchester

Die Themenkreise der Tangodichtung wenigstens in den Grundzügen zu verstehen ist notwendig, um dem Tango näherzukommen.
Der Tango entschwebte während der Epoca d’Oro (EdO) nicht in erhabene Kunstbereiche, sondern er blieb Teil der Bevölkerung, weil er ein Teil der eigenen Geschichte war. Im Tango gab es kein ’schwindelhaftes Versprechen von Glück‘ (wie in manchen Schlagertexten deutscher und englischer Prägung). Die Tangodichtung spiegelt die Höhen und Tiefen (mehrheitlich die Tiefen) des Lebens wider. Um dies besser zu verstehen, müssen wir auch etwas über das gesellschaftliche Umfeld jener Zeit erfahren.

Freitag 16. Februar 2018, Beginn 20 Uhr
Dauer: ca. 30 – 45 min, vor der Milonga

Ort: Bandoneonmuseum in DE-79219 Staufen, Grunerner Strasse 1

 


  1. Vortrag am 19. Januar 2018

Ein bekannter Tänzer meinte: »Nothing improves your dancing so much as a good feeling for the special qualities of tango music. – Nichts verbessert dein Tanzen so sehr wie ein gutes Verständnis für die besonderen Qualitäten der Tangomusik.« 

Viele tanzen zu dieser wunderbaren Musik schon viele Jahre und wissen dennoch recht wenig über die Entstehungsgeschichte und die Entwicklung des Tango; über die Dichtung, über die wichtigsten Orchester und die Hauptakteure, die den Tango in der Epoca d’Oro zu der unvergleichlichen Musik machten, die uns 80 Jahre danach immer noch so inspiriert und fasziniert.

Michael KI aus Basel wird sich einmal im Monat eines speziellen Themas zum argentinischen Tango annehmen. Bei den Vorträgen soll es dabei immer auch um die Musik gehen. Kleine Geschichten werden die Leute, die hinter dem Tango standen, lebendiger werden lassen. Bei einzelnen Kompositionen wollen wir genauer hinhören, um die Feinheiten besser würdigen (und tanzend umsetzen) zu können. Ein besseres Verständnis für die Feinheiten der Musik wird den Genuss beim Tanzen vertiefen.

1. Vortrag: Der Aufstieg des Tango – von der verachteten Musik der Bordelle und der Unterschicht zum Massenphänomen in der Epoca d’Oro
Freitag 19. Januar 2018, Beginn 20 Uhr, Dauer: ca. 30 – 45 min, vor der Milonga
Ort: Tangomuseum in DE-79219 Staufen, Grunerner Strasse 1