Es gibt auch noch andre Möglichkeiten:
USB Kopfhörer, wie man sie zum Skypen verwenden kann, reichen zum Vorhören ebenfalls aus. Oder das recht preisgünstige Mini-USB Soundkärtchen Griffin iMic. Noch eine Möglichkeit ist, wenn vorhanden, den iPod mitzunehmen. Was den Vorzug hat, dass ein zweites System dabei ist, falls das erste ausfällt. Die Toblersche Luxuslösung mit zwei Powerbooks oder MacbookPro ist mittlerweile eine extrem teure Sache geworden: Wenn man eine FireWire Soundkarte verwenden möchte oder die von Jonas vorgeschlagene Indigo PCMMCIA karte, darf es kein einfaches Macbook sein. Und die Pros kosten eine Stange Geld. Die Macbooks ebenfalls, gut organiserte iPods dagegen sind zwar weniger komfortabel vom Suchen her - aber sie belasten dafür auch das Gepäck und die Geldbörse nicht sehr, wenn man mal im Ausland auflegt.
Ausserdem kann ich mir nicht verkneifen, an dieser Stelle zu vermerken, dass ich das Setting von C. Tobler schon wiederholt als störanfällig bis zum Totalausfall erlebte. Mir scheint, ab einem gewissen Aufwand steigt auch die Ausfallwahrscheinlichkeit, der Aufwand selber wird auch nicht durch ein für die Tänzer wesentlich besseres Klangerlebnis gerechtfertigt. Je mehr Komponenten verwendet werden, desto wahrscheinlicher werden Handhabungs-, Installations oder Bedienungsfehler. Das bestätigt meine Überzeugung: Keep it simple! Da lasse ich mich dann lieber mal fragen "Oh, ich dachte, Du spielst mit einem Gameboy..."
Da Tango DJs ohnehin niemals ihren Aufwand amortisieren können - dafür sind die Honorare zu niedrig und die Milongadichte und Auftrittsfrequenz bei weitem nicht hoch genug - muss man einfach wissen, wie weit man den Liebhaberaufwand als DJ überhaupt treiben möchte. Um zu estimieren, was der DJ / die DJane gerade präsentiert, braucht es seitens der Tänzer schon ein ziemliches Stück Tanzerfahrung und auch Passion für die Musik. Meiner Überzeugung nach wachsen Tänzer an schöner Musik, ohne dass ihnen das bewusst wird, auch diejenigen, die derzeit noch belastet mit vielen zu koordinierenden Entscheidungen über die Piste "vagabundieren" - alle haben so angefangen. Wohingegen DJs ebenfalls eine lange Zeit brauchen, um an den Tänzern zu wachsen. Allein zu bemerken, für wen man gerade Musik macht - nicht fürs eigene Ego - braucht eine ganze Weile. Herauszufinden, welcher Stil jetzt zu diesem Moment, in dieses Ambiente, diesen Raum, in diese Stimmung, zu diesen Menschen und ihren mitgebrachten Sorgen und Freuden passt - das ist eine lebenslange Aufgabe, mit viel Freude und Spass und Frustration daran. Und dann gibt es natürlich auch noch die eigenen Vorlieben: Man legt zwar für andre Leute auf, aber niemand schafft das einen Abend lang, seine eigenen Musikvorlieben zu verleugnen - bringt ja auch nichts, niemand hat etwas davon, wenn Stärken verborgen-, und Überraschungen ausbleiben. Natürlich kann es sein, das niemand auf der Piste den eigenen Favorit als "supertoll" anerkennt. Glückliche Tänzer, wenn der DJ sich in dem Moment besinnt, wer ihn eigentlich bezahlt
Schon klar, DJs, Ihr macht das ja alle. Immer. Unter allen Bedingungen. Für fast kein Geld. Nur komisch, warum so viele Milongas dann doch so fad und voraussagbar dahinplätschern.
