Interview mit Tango DJ Bärbel Rücker

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Tiziano
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Re: Interview mit Tango DJ Bärbel Rücker

Beitrag von Tiziano » 08.10.2014, 11:53

ein wirklich gut geführtes Interview, vielen Dank Michael..
da ist viel wissenswertes dabei :)

Michele

Re: Interview mit Tango DJ Bärbel Rücker

Beitrag von Michele » 25.11.2014, 12:43

Hallo Tiziano

Ja, ich stimme Dir zu.
Nur bei der Aussage:
"Was die Qualität der Überspiegelungen anbetrifft, so muss es nicht zwangsweise FLAC oder WAV sein. Bei dem letzten DJ-Seminar in England konnten Paul und ich zeigen, dass man erst bei den komprimierten Formaten (mp3) unterhalb von 128 kbit einen Unterschied hören konnte."
lehnt sie sich, wie ich finde, arg weit aus dem Fenster hinaus. Ich wäre bereit, den Gegenbeweis anzutreten bei einem nachvollziehbaren Setting im A-B-Vergleich. Die Stücke müssten z.B. die gleiche Lautstärke haben.

Oder meinst Du auch, dass "man" bis 128 kB mp3 zum Vollformat keinen Unterschied hört?

liebe Grüsse

Michele

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Re: Interview mit Tango DJ Bärbel Rücker

Beitrag von tangoinfo.ch » 26.11.2014, 13:32

Michele hat geschrieben: ...lehnt sie sich, wie ich finde, arg weit aus dem Fenster hinaus. Ich wäre bereit, den Gegenbeweis anzutreten bei einem nachvollziehbaren Setting im A-B-Vergleich. Die Stücke müssten z.B. die gleiche Lautstärke haben.
Oder meinst Du auch, dass "man" bis 128 kB mp3 zum Vollformat keinen Unterschied hört?
Hallo Michele,

als ich das Interview mit Bärbel geführt hatte, hatte ich genau bei diesem Punkt nochmals nachgehakt. Sie hatte es mir so begründet (ich gebe es jetzt mit meinen Worten wieder): Bei einer Milonga bestehe die Sound-Kette nicht nur aus der Tonquelle, sondern auch aus weiteren Komponenten, insbesondere Verstärkern/Lautsprechern (bzw. Aktivboxen). Diese würden den eigentlichen Engpass in der Ton-Wiedergabe darstellen und die Qualitätsunterschiede zwischen mp3 (ab 128 kbit) und Vollformat nicht mehr auflösen.

Für mich ist das plausibel: aus meiner Erfahrung sind Verstärker/Lautsprecher in der Praxis oftmals nicht so wie man es von zu Hause gewohnt ist. HiFi Qualität habe ich an einer Milonga noch nie gehört und das liegt m.E. nicht an der Tonquelle, sondern tatsächlich eher an Verstärker/Lautsprechern, nach dem Motto "Schalldruck ist alles". Ein Tango-DJ ist nur selten zugleich auch Sound-Ingenieur, der eine PA-Anlage optimal einstellen könnte. Es gibt selbstverständlich auch sehr anspruchsvolle Tango-DJs, die das Thema voll beherrschen.

Michele, wenn du den genannten Hörvergleich einmal live machen würdest, dann wäre das ganz spannend! Sag doch wann und wo. [ :arrow: Ergänzung am 3.12.2014: Schade, kommt kein Vorschlag...]

Mir fällt noch ein Aspekt bzw eine Frage ein: Bei den Bitraten bezieht man sich üblicherweise auf Stereoaufnahmen. Die alten Tangos hingegen sind oft Monoaufnahmen. Sind 128 kb Komprimierung bei einer Monoaufnahme dann wirklich 128 kb oder enstpricht es 256 kb bei Stereo?

Michael, tangoinfo.ch

Gast

Re: Interview mit Tango DJ Bärbel Rücker

Beitrag von Gast » 08.12.2014, 15:13

Hallo Michael

Ich bin immer wieder erstaunt, was aus Beiträgen herausgelesen wird, auch wenn es so nicht dasteht. Aber da hab ich mich vermutlich zu wenig 'ausschliessend' ausgedrückt. Nein, ich werde keinen öffentlichen Hörvergleich anbieten.

Meine Bemerkung zielte auf die Aussage von B. Rücker, dass 'man erst ab 128 kbit' Samplingfrequenz (bzw. darunter!) einen Unterschied hören würde. Ich wäre bereit, bei BR diesen Test zu wiederholen, unter der Bedingung, dass es ein nachvollziehbares Setting gibt.

Die erste Frage ist, ob es einen hörbaren Unterschied gibt zwischen Vollformat und mp3-Quetsch. Ich antworte zum jetzigen Zeitpunkt mit ja. Und ich hoffe, dass mit der Zeit immer mehr DJs zu diesem Standpunkt finden.

Zu deinem ersten Abschnitt: da stimme ich Dir voll zu. Ja, auf der der Seite der Beschallungstechnik ist leider nicht immer alles auf der guten Seite. Was mich besonders erschreckt hat: das gibt es sogar in Tanzschulen, da hab ich schon recht Schauerliches hören müssen.
Aber es gibt sie auch, die Milongas mit gutem Klang.

Dennoch frage ich mich, was dieser Einwand in Bezug auf den Qualitätsunterschied zwischen Voll- und reduziertem Format soll. Der DJ, die DJane kommt an eine Milonga: "Uuuups, da ist ja eine gute Anlage… Muss ich jetzt die Festplatte mit der Musik im Vollformat oder den CD-Koffer zu Hause holen gehen? - Ach was, hört eh keiner."
Ungefähr so?


In einem weiteren Beitrag mehr zu diesem Thema.

Zu deinem 1. Abschnitt noch eine weitere Anmerkung: Meiner Meinung sind auch Anlagen mit Subwoofer für die Wiedergabe von klassischer Tangomusik ungeeignet und produzieren mehr Fehler als eine "normale" Anlage.

Michele

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