„Tres Mil Uno“ Album Release Tour

Marcela Arroyo hat für das Konzert am Sonntag, 18. September 2016 im La Cappella, Bern, 2×2 Karten gestiftet. Verlosung ist beendet.


Das neue Album „Tres Mil Uno“ von Marcela Arroyo (Vocal), Andreas Engler (Violine) und Daniel Schläppi (Kontrabass) ist nicht nur ein Tango-Album. Wir hören drei perfekt aufeinander abgestimmte Instrumente – Singstimme, Violine, Kontrabass – die äusserst präsent sind und uns auf eine musikalische Reise mit Hingabe, Freude, Spannung und Melancholie mitnehmen.

Das erste Stück, preludio para el ano 3001, beginnt mit einem tangohaften Wehklagen. Im Stück cantora de Yala, führen Violone, Kontrabass und die Singstimme einen Trialog, bei dem Marcela den Zuhörer bezirzt und in ihren Bann zieht.

Im Stück „Sie, zu ihm“ singt Marcela auf deutsch. Mit einem sehr sympathischen Akzent – für mich zum Dahinschmelzen! Man(n) darf auch etwas nachdenken, wenn Marcela singt „ich hab dir alles hingegeben… Ich kenne dich so viele Stunden. Nein, zärtlich bist du nicht.“ und „… man kann dir manchmal sogar vertrauen, aber zärtlich bist du nicht.“

In meisterhaften Solopassagen des Kontrabasses, gespielt von Daniel  Schläppi, vernehmen wir auch das Atmen des Musikers und lässt mich als Zuhörer beinahe selber die Luft anhalten. Die Violinstimme von Andreas Engler führt virtuose Dialoge mit Marcela und vermittelt mir das tangohafte Wehklagen und auch die Lebensfreude in der Milonga und Candombe.

Das letzte Stück auf der CD ist mit „che tango che“ eine Liebeserklärung an den Tango – gesungen in französisch. Im Duett mit der Violinstimme besingt Marcela, was der Tango alles für sie bedeutet.

(mi)

Marcela Arroyo, Andreas Engler und Daniel Schläppi präsentieren Tres Mil Uno live an folgenden Anlässen:

Tres Mil Uno Album Release Tour


Samstag 17. September 2016, 20.30h, USTER ZUM HUT
Bahnhofstr. 18, Uster, 044 940 33 70 (Beim schönem Wetter im Garten)


CD-TAUFE!
Sonntag 18. September 2016, 20.00h, BERN LA CAPPELLA
Allmendstr. 24, Bern, 031 332 80 22 Vorverkauf


Sonntag 6. November 2016, 12.00h, CROGLIO ALLOCALE
Indirizzo: Ponte Tresa direzione Madonna del Piano, arrivati al Garage Zocatelli sulla destra troverete ALLOCALE, via Cantonale 16. A soli 10 km da Lugano verso Luino


Sonntag 6. November 2016, 18.30h, AROSIO SAN MICHELE
Ristorante e Albergo San Michele, 6939, Arosio, 091 609 1938


Dienstag 22. November 2016, 20.30h, ZÜRICH HERZBARACKE
Zürich beim Bellevue: Lageplan, 044 380 5 380 Reservationen


Donnerstag 9. Februar 2017, 20.30h, ZÜRICH HERZBARACKE
Zürich beim Bellevue: Lageplan, 044 380 5 380 Reservationen


marcela-arroyo.com / andreasengler.ch / danielschlaeppi.ch

Crowd-Funding für eine Bachelor-Arbeit mit Tangokonzert

22.8.2016

Musikstudentin Janina Fink aus Luzern sucht Unterstützung für ein Tangokonzert als Bachelor-Projekt am 1. Oktober 2016 in Luzern, in der Maihofkirche. Benötigt werden 600 Fr. Auf der Seite

http://www.100-days.net/de/projekt/soiree-du-tango/project

erklärt Janina das Projekt.

 

Dokfilm über die Staatspleite Argentiniens 2001

[Redaktionelle Anmerkung:
Diese Information ist von Nicole & Luis aus Argentinien.
Der Film ist bei youtube zu finden.
Suchbegriff „staatspleite argentinien zdfinfo“
Luis Pereyra ab  28:35]

Am Freitag, 27. Mai 9:45 – 10:30 Uhr und am Samstag, 28. Mai 6:15 – 7:00 Uhr läuft im ZDF Info ein sehr interessanter Dokumentarfilm. Vielleicht habt ihr Zeit ihn anzuschauen. Es geht um die Staatspleite 2001 in Argentinien. Eine Krise, die bis heute zu spüren ist. Einer der Opfer war Luis Pereyra. Aber schaut selbst. Der Film hilft, Argentinen besser zu verstehen.

Beste Grüsse aus Argentinien

Nicole & Luis

 

Tango Argentino 50plus

von Erika Isler Rüetschi, www.tango50plus.ch

Neues wagen mit Tango tanzen

Paartanzen, insbesondere auch der Tango Argentino hält Altersbresten auf. Wobei die eigenen Grenzen zu respektieren und Geduld für den eigenen Körper notwendig sind. In jedem Alter kann damit begonnen werden. Voraussetzung dazu ist es, sich auf ein Gegenüber einlassen zu wollen. Die Vorteile des Paartanzens und auch des Tango Argentinos für Menschen über 50 bestätigen verschiedene Studien.

In jedem Alter können wir Neues wagen. Beim Tango Argentino ist es genauso.  Menschen, die  laufen können, können auch Tango tanzen. Die Essenz des Tango Argentino liegt im gemeinsamen, subtilen und konzentrierten Bewegen im Rhythmus der Musik. Um dies zu erreichen braucht es keine komplizierten Schritte. Will jemand aber komplexe Schrittfolgen beherrschen, so sind die eigenen Grenzen zu akzeptieren. Durch Üben können wir versuchen die Grenzen etwas zu erweitern. Auch im Alter über 50 gilt das Motto: es ist noch keine Meisterin und kein Meister vom Himmel gefallen. Sicher gibt es auch komplexe Schrittfolgen, welche bei Menschen mit körperlichen und/oder kognitiven Einschränkungen durch Üben gar nicht verändert werden können. Für Menschen zwischen 50 und 100 soll es aber immer ein Versuch wert sein, zu erforschen welche Bewegungen möglich sind.

Im Tango Argentino gibt es zwei Rollen: eine Person führt und eine Person folgt. Diejenige Person, die folgt ist nicht nur ausführend, sie gestaltet den Tanz mit. Aus diesem Grund benützen gewisse Unterrichtende den Ausdruck Begleitende anstelle Folgende. Das Führen wie das Begleiten müssen geübt werden.

Wiedereinsteigende bringen Vorkenntnisse mit

Viele hören irgendwann mit dem Tanzen auf und versuchen es dann nach Jahren wieder. Wiedereinsteigende bringen Vorkenntnisse mit. Gewisse Menschen können bei den Vorkenntnissen ansetzen und andere müssen ihre Bewegungsmuster sorgfältig in eine führ- bzw. machbare Bahn bringen. Da es verschiedene Tanztechniken gibt, kann selten von richtig und falsch ausgegangen werden. Es geht dabei eher darum, die Vorkenntnisse tanzbar zu machen. Nur schon das Einkreuzen (el cruze de la mujer) wird in den Tanzunterrichten unterschiedlich gelernt. Demzufolge müssten die Folgenden unterschiedlich geführt werden. Da es sich ja immer um Interaktionen handelt, genügt es nicht nur eine Art zu kennen. Um diese Flexibilität zu erreichen, sind Erfahrungen mit verschiedenen Menschen von Vorteil. Führende wie Folgende lernen auf Unterschiedlichkeiten zu reagieren.

Zusammen tanzen

Auf welchem Niveau auch getanzt wird, Ziel soll sein, sich gemeinsam in Harmonie und Freude zu bewegen. Das bedingt für Führende wie Folgende eine hohe Präsenz. Da viele Wege bekanntlich nach Rom führen, kann es länger dauern oder der Weg kann zum Ziel werden. Es macht Sinn verschiedene Lernwege anzubieten oder mit Bildern zu arbeiten. Hören, verstehen und ausführen sind drei Dinge. Wie oft verstehen wir etwas erst nach dem x-ten Mal wirklich? Zudem neigen wir stark dazu, zu denken etwas sei bekannt, obschon ein Bewegungsablauf nur sehr ähnlich ist. Oft erinnert sich auch der Körper an einen bekannten Bewegungsfluss und lässt sich nicht so leicht davon abbringen. Da braucht es langsames Eingreifen. Im Paar zusammen in grosser Übereinstimmung zu laufen bedingt dann auch Geduld und Verständnis. Die subtile Kommunikation im Paar durch kleine Bewegungen braucht hohe Aufmerksamkeit.

Tanzen als Wellness

An einem Ärztekongress in Düsseldorf 2015 wurde festgehalten, dass Tanzen anderen Sportarten hinsichtlich Wahrnehmung, Gedächtnis und Balance überlegen ist. Dies resultiert aus einer Studie mit Menschen zwischen 65 und 80. Beim Tanzen werden der Körper und das Hirn beansprucht. Die Tänzerinnen und Tänzer müssen sich fortwährend auf neue Situationen einstellen. Der Rhythmus, die Richtung, die Bewegung können sich laufend ändern. Zudem müssen sich beim Paartanzen die Führenden wie Folgenden immer wieder neu auf ihr Gegenüber einstellen. All dies erfordert Flexibilität, die damit trainiert werden kann. Weitere Studien speziell auch zum Tango Argentino, davon eine aus Kanada, bestätigen diesen Sachverhalt. Tango Argentino wird daher ja auch als Therapie angeboten.

Jeden Schritt neu entscheiden

Eine Eigenschaft des Tango Argentino sind die Improvisationen zur Musik. Jeder Schritt ist geführt und kann grundsätzlich links, rechts, vor oder zurückgehen und zusätzlich noch vorne oder hinten gekreuzt sein. Die führende Person kann bei jedem Schritt aufgrund der Musik neue entscheiden, was eine Beweglichkeit im Geist und Körper erfordert. Mehrere Schritte hintereinander führen dann zu komplexen Bewegungsabläufen.
Ob mit 90 Jahren auch noch körperlich anspruchsvolle Bewegungsabläufe möglich sind, hängt von der Beweglichkeit des Körpers wie des Geistes ab. Grundsätzlich sind sie lernbar. Festgefahrene Bewegungsmuster können wir hinterfragen, zerlegen und neu gestalten. Hat eine Person etwa die Grundschritte (el paso basico/la salida cruzado) während Jahrzehnten immer gleich gemacht, so wird diese Person den Grundschritt nicht plötzlich im Spiegelbild oder rückwärts tanzen können. Beherrscht man dies in der Rolle der Führenden, so bringt es Kreativität in den Tanz und der Geist bleibt im Schwung.

In die Rolle des Gegenübers schlüpfen

Führende müssen immer wissen, wo die Füsse der Folgenden sind. Daher macht es Sinn zwischendurch die Rolle der Folgenden einzunehmen. Die Folgenden erhalten so auch mehr Verständnis für die Rolle der Führenden. Schwierigkeiten können sich dadurch allenfalls lösen.
Es gibt weniger Menschen, die führen als folgen. Ich wünschte mir, dass mehr Frauen führen würden. Denn im Alter verstärkt sich diese Situation noch. Es ist aber eine gewisse Zurückhaltung festzustellen in die gegengeschlechtliche Rolle zu schlüpfen.
Um mit Freuden fit zu bleiben sind das Tanzen und insbesondere der Tango Argentino zu empfehlen. Altersunabhängig kann ein Einstieg gewagt werden. Wer macht den ersten Schritt?

Erika Isler Rüetschi, www.tango50plus.ch

 

Quellen:

Prof. Dr. Notger Müller: The effects of six-month exercise programs on gray and white matter brain volumes and balance abilities in seniors: the case for dance training, Abstract Aertzekongress, 23.09.2015

Romenets SR et al., Complementary Therapies in Medicine 2015

Angela Nicotra : Im Kontakt mit der Realität, Tango und Tanztherapie DMT, Gespräch mit Rodolfo Dinzel, Logos Verlag, 2015